
Austrolebias nigripinnis gehört zu den Kälte liebenden, echten Bodentauchern aus dem südlichen Teil Südamerikas. Im deutschen Sprachgebrauch bezeichnet man Fische aus der Gattung Austrolebias als Fächerfische. Diese Namensgebung beruht auf die Morphologie der Tiere, insbesondere ihre Flossen wirken aufgestellt und zu voller Größe gespannt, wie ein Fächer. Beobachtet man dann die Balz der Tiere schließt sich unweigerlich der Kreis und man assoziiert einen Fächer. Das Männchen umwirbt hierbei seine Auserwählte mit bis zum Zerreißen gespannten Flossen und teilt einen Wasserschwall nach dem anderen in Richtung der Angebeteten aus. Das Weibchen nimmt die Stärke des Wasserschwalls durch ihr Seitenlinien-system wahr. Befinden sich die Tiere in guter Kondition laichen die Weibchen willig, sie folgen dem Männchen zum auserkorenen Laichort. Hierzu verwende ich Laichbehälter, die zur Hälfte mit Medium gefüllt sind, einem gut gewässerten Gemisch aus Kokosfaser-granulat und Torfmull. Vorsicht: Durch den eingesetzten Torfmull darf der pH-Wert nicht in den sauren Bereich rutschen! Die Wasserparameter müssen im alkalischen, harten bis sehr harten Bereich liegen, um dauerhaft Freunde an Austrolebias nigripinnis zu haben. Ich verwende Wasser mit einem Leitwert von über 600 µS/cm.
Hat das Männchen das Weibchen zum Ablaichbehälter geführt, stellt sich das Männchen im Winkel von circa 60° zur Substratoberfläche, wobei das Männchen mit dem Maul das Substrat berührt, ja teilweise sogar schon mit dem Kopf eintaucht. In dieser Stellung lässt das Männchen seinen Körper bis in die Schwanzflossenspitze vibrieren. Jetzt kann das Weibchen nicht mehr widerstehen. Es schwimmt an die Seite des Männchens. Sobald das Weibchen das Männchen berührt, tauchen beide gemeinsam in das Substrat ein. Die Eiabgabe entzieht sich leider den Blicken des Zuschauers. Die abgegebenen Eier entdeckt der Pfleger erst beim nächsten anstehenden Trockenlegen des Torfansatzes (TAs). Die TAs werden in 10-14tägigen Abstand trocken gelegt und bei Temperaturen zwischen 22°C und 26°C für 3 Monate gelagert, bis der erste Aufguss erfolgen kann. Zumeist ist die Anzahl der schlüpfenden Jungfische ausreichend, um die Art weiterhin im Bestand zuhalten und um ein paar Paare abzugeben oder Leistungsschauen zu beschicken.
Austrolebias nigripinnis ist mit vielen Fundortvarianten im Hobby vertreten. Der Stamm „MSL 91/2 Ceibas“ gehört mit Sicherheit zu den farblich schönsten Fischen. Balzende Männchen treten im dunkelblau-schwarzen Gewand verziert mit leuchtenden weißen Pünktchen auf. Ein herrlicher Anblick!
Marco Endruweit, 17.09.2004