
Meine erste Begegnung mit Fundulopanchax kamdemi „Korup National Park“ hatte ich auf den internationalen Leitungsschauen im Jahre 2003. Ich war begeistert vom imposanten Erscheinungsbild der ausgestellten adulten Fische. Die größten Exemplare müssten über 10 cm Länge gehabt haben und erschienen herrlich hochrückig. Zur Leistungsschau 2004 in Zwickau übernahm ich zwei noch sehr junge Paare von Karl-Heinz Lüke/Bochum, wofür ich mich nochmals herzlich bedanken möchte. Man konnte – mit viel gutem Willen - die männlichen Tiere durch ihre gelblichen Flossensäume der unpaaren Flossen erahnen. Die Fische hatten eine Größe von rund 3 cm. Zurück in meiner Heimatstadt Hannover brachte ich die Fund. kamdemi „Korup National Park“ zuerst in einem 60x30x30cm Becken unter. Es beinhaltete neben einem Hamburger Mattenfilter einen großen Klumpen Javamoos. Das Javamoos diente als Sichtbarriere zwischen den einzelnen Revieren, die die Tiere sofort nach dem Einsetzen unter sich aufteilten. Jetzt zeigte sich wovor mich viele Pfleger der Art gewarnt hatten; innerartliche Aggressionen. Schon jetzt, die Fische waren noch nicht einmal halbwüchsig, nahmen die Aggressionen bisher unbekannte Maßstäbe für Fundulopanchax an. Die aggressiven Handlungen gingen von den Männchen und Weibchen gleichermaßen aus.

Fundulopanchax kamdemi “Korup National Park”. Imponierende Männchen

Da die Fische alle möglichen Formen von Trocken-, Frost- und Lebendfutter annahmen, wuchsen sie schnell zu einer Größe von 4 cm heran. Zu diesem Zeitpunkt machte ich mir Sorgen um die rasch wüchsigen, aber leider immer noch äußerst aggressiven Fische, da zerfranste Flossensäume zu Tagesprozedur gehörte. Ergo; die Fundulopanchax wechselten in mein Wohnzimmerbecken mit den Abmaßen 130x50x50 cm, in die Gesellschaft von Panzerwelsen, Nanochromis transvestitus, Macrobrachium assamense sowie vereinzelten Hechtlingen und Fundulopanchax deltaensis. In den folgenden Wochen und Monaten konnte ich den Tieren beim Wachsen zuschauen, das Wachstum war enorm. Im August 2004 konnte ich auf der Leitungsschau der KFN in Bunnik/Holland ein weiteres Paar und ein einzelnes Weibchen ersteigern. Die ersteigerten Fische wurden mit meinen Tieren in meinen Wohnzimmerbecken vergesellschaftet. Sie waren bezüglich Größe und Körperbau meinen unterlegen und konnten sich in der Rangordnung im Becken nicht durchsetzten. Ohnehin haben es Neuankömmlinge immer schwerer.

Für den ersten Ansatz der Tiere entschied ich mich für Torffasern, gerade im Hinblick auf die Aggressivität. Durch die Fasern wurde der Sichtkontakt zwischen den eingesetzten Paaren gebrochen. Leider sah ich keine erwähnenswerten Balz- oder Laichhandlungen in den Ansatzbecken. Nach 14 Tagen wurden die Ansätze abgebrochen, die TAs nach Eiern durchsucht. Tatsächlich fand ich Eier, die groß und klar waren. Den ersten Aufguss plane ich nach 6 Wochen vorzunehmen.
Die Erstbeschreibung dieser Art befindet sich derzeit in der Vorbereitung.
Marco Endruweit, 21.09.04

Die Herren Akum, Sonnenberg, Van der Zee & Wildekamp beschrieben in der Zootaxa No. 1532 auf den Seiten 41-49 die vorstehende Art als Fundulopanchax kamdemi. Sie stammt aus dem im westlichen Kamerun gelegenen Korup National Park.
Marco Endruweit, 24.02.08