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Sollten Sie Interesse an weiteren Informationen ueber Blauaugen und ihre Lebensraeume haben, lesen Sie bitte meinen Reisebericht Australia 2005.

Pseudomugil sp. aff. signifer E-AU 06/05 Cooper Creek
Pseudomugil sp. aff. signifer E-AU 06/05 Cooper Creek
Pseudomugil sp. aff. signifer E-AU 10/05 Murray River
Pseudomugil sp. aff. signifer E-AU 10/05 Murray River
Pseudomugil sp. aff. signifer E-AU 07/05 Trevethan Creek
Pseudomugil sp. aff. signifer E-AU 07/05 Trevethan Creek
Pseudomugil sp. aff. signifer E-AU 07/05 Trevethan Creek
Pseudomugil sp. aff. signifer E-AU 05/05 Jordan Crossing
E-AU 05/05 Jordan Crossing

Diese Population konnte ich in einem Zufluss zum Mossman River fangen. Das Bachbett bestand aus kleineren bis mittleren Kieseln, hin und wieder lagen groessere Steinfelsen in der mittleren bis zum Teil hohen Stroemung.

Beachtenswert sind die extrem lang ausgezogenen Flossenfilamente der ersten Dorsale und der Anale des abgebildeten adulten Maennchens. Der hintere Koerperbereich des Maennchens ist gelblich angehaucht. Die zweite Dorsale besitzt deutlich sichtbare, gut konstratierende gelbe und schwarze Anteile. Mit voll gespreizten Flossen imponierende Maennchen sind eine wahre Augenweide. Die Weibchen sind weitaus fahler gefaerbt; gelbliche Farbtoene sind mit guten Willen in der Caudale wie in den zweiten Dorsale zu erkennen. Die ersten Flossenstrahlen in der zweiten Dorsale sind schwarz.

E-AU 06/05 Cooper Creek

Diese Populationen lebt syntop mit Kuhlia rupestris im Cooper Creek, einem echten Dschungel Fluesschen in einer atemberaubenden Idylle. Waehrend meines Aufenthaltes am Cooper Creek konnte ich ein Eisvogel-Paerchen u.a. beim Tauchen beobachten.

Die Cooper Creek Population gleicht der Jordan Crossing Population erheblich mit dem Unterschied, dass die gelben Farbtoene bei dieser Variante durch kupferfarbene ersetzt sind. So weisen adulte maennliche Tiere einen roetlich-kupferfarbenen hinteren Koerperbereich auf.

E-AU 07/05 Trevethan Creek

Dieser Fundort am Trevethan Creek liegt realtiv weit im Landesinneren von Queensland direkt an der State Route 81. P. sp. aff. signifer kommt hier syntop mit Melanotaenia vor. Der Creek war gegen Ende der Trockenzeit im Oktober zu einem kleine Bach geschrumpft. Die Stroemung war gering.

Nachdem ich die ersten Tiere gefangen hatte, war ich hoch motiviert, da die Blauaugen herrliche Farben zeigten. Die Maennchen wiesen einen brillanten kupferfarbenen Glanz in der Caudale wie in der zweiten Dorsale auf. Leider waren die Weibchen frei von jeglicher Faerbung - abgesehen von der schwarzen Schuppeneinfassung, die die Tiere wie genetzt erscheinen lassen.

E-AU 10/05 Murray River

Die Population vom Fundort E-AU 10/05 Murray River stammt aus einem verhaeltnismaessig suedlich gelegenen Biotop. Auch hier leben sie sympatrisch mit Melanotaenia. Der Biotop mit seinem maessig dahin fliessenden, glasklarem Wasser war aeusserst eindrucksvoll - echte Tropenatmosphaere. Leider fanden das auch die grossen Stechfliegen, die mich den Fischfang nach einer Stunde abbrechen liessen. 

Die gefangenen Maennchen wiesen den hoechsten Gelbanteil aller gefangenen Population auf. Beide Dorsalen wie die Anale sind kraeftig gelb gefaerbt.Der hintere Koerperteil und die Caudale sind ebenfalls gelblich eingefaerbt.

Besonders erwaehnenswert ist die gelbe Kehlregion bei den Maennchen. Waehrend meines, bedingt durch die Stechfliegen nur kurzen Aufenthaltes am Murray River, konnte ich kein langflossiges Maennchen fangen. Handelt es sich bei dem abgebildeten Tier um ein Maennchen niedrigen Ranges, also um ein subdominantes Tier, oder steht diese Population dem “echten” Pseudomugil signifer, der ja ein weitaus gestutzteres Flossenwerk zeigt, von allen Populationen am nahesten?

Ich konnte Pseudomugil sp. aff. signifer ausschliesslich in reinen Suesswasser Creeks fangen. Alle Biotope wiesen glasklares, stroemendes Wasser auf. Echte, submers wachsende Wasserpflanzen wurden nicht registriert. In weniger stark stroemenden Bereich kam es zu Falllaubansammlungen, die sich zu breiten Feldern ausdehnen koennen. Astgeflecht, Wurzeln oder gar grosse umgefallende Baeume bildeten oftmals Bereiche abgeschwaechter Stroemung. Andere Bereiche niedriger Stroemung waren tiefe Kolke, in denen haeufig Melanotaenia oder Barschartige standen. Melanotaenia bildeten teils grosse Schwaerme von bis zu 50 Tieren. Ich konnte in keinem Biotop beobachten, dass sich Pseudomugil unter die Melanotaenia mischten. Die kleinen Trupps von vier bis acht Individuen von Pseudomugil nutzten eine andere oekologische Nische, naemlich die stroemenden Flussabschnitte. Hier migrierten sie von eine Stelle zur anderen, immer wieder innehaltend und das Substrat nach Nahrung absuchend. Diese Trupps bestanden aus Weibchen und jungen Maennchen. Die etwas aelteren Maennchen besetzten Reviere in ruhigeren Abschnitten und balzten vorbeischwimmende Weibchen an. Interessierte Weibchen folgten dem Maennchen zum auserkorenen Laichplatz. Nach dem Laichvorgang schliesst sich das Weibchen wieder der herumwandernen Gruppe an.

Zwei juvenile Maennchen von Pseudomugil sp. aff. signifer “E-AU 07/05 Trevethan Creek” in der Fotokuevette. Die ausgezogenen Flossen lassen schon jetzt auf prachtvolle Tiere schliessen.

Typischer Blauaugen Biotop am Mosman River.

Marco Endruweit, 02.02.2006

Pseudomugil sp. aff. signifer - Varianten des pazifischen Blauauges

 

Marco Endruweit

Qingdao City, Licangqu, Shandong Province, China

 

Australier nennen den hier vorgestellten Fisch Pacific Blue-Eye. Befindet sich der Fisch in Topform faerbt sich die Iris wunderscheon tuerkisblau. Frischgefangene Exemplare zeigen ebenfalls die blau eingefaerbten Augen. Leider verblassen die Farben in Stresssituationen sehr schnell, so dass die abgebildeten Exemplare, die durchweg am Fundort in einer Kuevette fotografiert wurden, nur noch ansatzweise die herrliche Faerbung zeigen.

 

Die Wissenschaft ist sich uneinig ueber die richtige taxonomische Zuordnung der Art. Nach Schmida (2003) koennte es sich um die Art Pseudomugil signatus (Guenther, 1867), die von der Cape-York-Halbinsel beschrieben wurde, handeln. Allen widerum soll die Art dem Taxon von Pseudomugil signifer Kner, 1864 zuordnen, die als sehr variabel gelte und weiterer Untersuchung beduerfe.

 

Baensch und Riehl (1985) bemerken, dass es sich wahrscheinlich um eine noch unbeschriebene Art handelt. Gemaess Schmida (2005a) unterscheiden sich die die Tiere nicht nur im Aussehen, sondern auch genetisch von Pseudomugil signifer Kner, 1864, werden aber vorerst diesem Taxon zugerechnet.

 

Sicherlich gehoeren diese Tiere in den Artenkomplex um Pseudomugil signifer Kner, 1864. Ob sich sich nun tatsaechlich um Pseudomugil signatus Guenther, 1867 handelt oder um den “echten” signifer oder gar um eine noch unbeschriebene Art handelt, duerfte den Aquarianern gleich sein. Ich verwende hier die Bezeichnung Pseudomugil species affinis signifer, da es sich meines Erachtens um eine noch unbeschriebene Art, die P. signifer nahesteht bzw. aehnelt, handelt. Die in Schmida (2005a) als Townsville-Blauaugen abgebildeten Tiere entsprechen in etwa der hier vorgestellten Art. Abweichend besitzen ausgewachsene Maennchen von Pseudomugil species affinis signifer enorm verlaengerte Flossenfilamente - hautsaechlich in der ersten Dorsale und in der Anale.

 

Pseudomugil species affinis signifer scheint sehr variabel zu sein. In fast jedem befischten Suesswasser-Creek konnte ich eine abweichend gefaerbte Population feststellen. Aquarianer sollten die Populationen nicht untereinander kreuzen, sondern sie auf verschiedene Becken verteilen, um letztendlich nicht nur eine Mischform zu pflegen. Sind die Maennchen mit etwas Aufmerksamkeit voneinander zu unterscheiden, ist dies bei den Weibchen quasi unmoeglich.

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