
Rhinogobius cliffordpopei (Nichols, 1925)
Synonyme
Gobius cliffordpopei, Ctenogobius cliffordpopei
Rhinogobius cliffordpopei wurde 1925 von J. T. Nichols als Gobius cliffordpopei aus dem Yangtze-Becken beschrieben. In den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stellten chinesische Ichthyologen den Fisch in die Gattung Ctenogobius. Seit dem Jahr 2000 wird er allgemein gueltig in der Gattung Rhinogobius gefuehrt.
Identifizierung
Folgend sind die Merkmale aufgefuehrt, die Rhinogobius cliffordpopei einfach, aber eindeutig indentifizieren lassen. Diese Charakteristika sind auch fuer den Nicht-Ichthyologen verstaendlich und anwendbar;
1. Abdomen (Bauch) nackt. Laesst sich feststellen, wenn sich die Fische an der Frontscheibe festsaugen.
2. Keine praedorsalen Schuppen, d.h. keine Schuppen zwischen dem Kopf und dem Beginn der ersten Rueckenflosse.
3. Leuchtend blauer Fleck in der ersten Rueckenflosse der Maennchen zwischen dem ersten und vierten Flossenstrahl. Dieser Fleck ist sichtbar, wenn es zu aggressiven Handlungen wie Revierstreitigkeiten u.a. kommt.
4. Alle unpaarigen Flossen besitzen einen weiss-gelblichen Saum, der allerdings bei Tieren, die auf hellem Substrat gehalten werden, nur wenig in Erscheinung tritt.
Vorkommen
Auf Rhinogobius cliffordpopei trifft man in reinem Suesswasser wie in den Aestuarien der Deltas. Die Art scheint auf das Zhujiang-Becken (Pearl River) - hier auf den Xijiang (West River) - und den mittleren sowie unteren Changjiang (Yangtze) begrenzt zu sein. Es liegen vertrauenswuerdige Fangmeldungen aus den chinesichen Provinzen Guangdong, Hunan und Shanghai vor. Ein bei weitem ausgedehnteres Verbreitungsgebiet duerfte wahrscheinlich sein. Nach Yu et. al. (2005) soll Rhinogobius cliffordpopei fuer China endemisch und im Brackwasser des Yangtze-Deltas haeufig sein.
Pflege
Im Aquarium hat sich Rhinogobius cliffordpopei als territorial und aggressiv bewiesen. Dabei scheinen die Aggressionen auf bestimmte Artengruppen beschraenkt zu sein. Interessanterweise wurden Pseudorasbora parva sofort angegriffen, naeherten sie sich den Grundelrevieren. Schwammen die Barben zu nah an das Substrat, wurden sie unzoegerlich von den Grundeln angeschwommen und verbissen. Schmerlen der Gattung Schistura werden nicht als Feindbild wahrgenommen und in Ruhe gelassen. Momentan schwimmt meine Gruppe bestehend aus rund 10 Tieren mit ausgewogenem Geschlechterverhaeltnis in einem Becken mit den Abmassen 70x55x35cm. Als Beifische pflege ich je einen kleinen Trupp Schistura sp. “EZ-CN 19-06” sowie Hemiculter leucisculus. Das Becken ist mit einigen Anubias und Javafarn bepflanzt, die Wassertemperatur stellt sich durch die sommerlichen Aussentemperaturen Shanghais auf 29 ºC ein.




Ich habe meine Rhinogobius cliffordpopei auf einem Aquarienmarkt in Shanghai-City gekauft. Sie schwammen als Beifang in grossen Basins zwischen Hunderten von Pseudorasbora parva, die als Futterfische fuer Grossfische angeboten wurden. Nach Auskunft der Verkaeuferin wurden alle Fische in den weitlaeufigen Kanaelen Shanghais und somit in den Auslaeufern des Yangtze-Deltas gefangen. Dieser Fundort wurden von mir mit der Quellenbezeichnung E-CN 23-06 belegt.
Maennchen von Rhinogobius cliffordpopei. Deutlich ist der tuerkisblaue Fleck in der ersten Dorsale zu erkennen.
Maennchen von Rhinogobius cliffordpopei
Beispiel fuer die Wasserstrassen in Shanghai; hier ein Kanal in ChuanSha
Weibchen von Rhinogobius cliffordpopei
Meine R. cliffordpopei sind den ganzen Tag ueber im Becken unterwegs. Obwohl sie nicht die Faehigkeit besitzen, frei im Wasser zu schweben, schimmen sie rastlos in den unteren Wasserschichten umher. Die Schwerkraft laesst sie dabei immer wieder absinken. Vor allem die Weibchen sieht man haeufig, sich an den Beckenscheiben anheften.
Ich pflege R. cliffordpopei bei folgenden Wasserparametern:
29,6 ºC
8,1 pH
432 µS/cm
10 ºGH
5 ºKH