Tachysurus fluvidraco (Richardson, 1846)

Synonyme
Pimelodus fluvidraco, Pimelodus fulvi-draco, Silurus calvarius, Bagrus fluvidraco, Pelteobagrus wittenburgii, Pseudobagrus fluvidraco, Macrones fluvidraco, Pelteobagrus fluvidraco
Tachysurus fluvidraco scheint es riesiges Verbreitungsgebiet zu haben. Die suedlichsten Funde stammen aus dem laotischen Nam Ma-Becken und Vietnam, die noerdlichsten aus dem Einzugsgebiet des Amur auf russischem Hoheitsgebiet. Auch im weiteren Verlauf des Amur als Grenzfluss zwischen Russland und China, wo der Amur als HeiLongJiang - als Schwarzer Drachen Fluss - gefuehrt wird, ist T. fluvidraco anzutreffen. Ausserdem besiedelt die Art Fliessgewaesser und Seen im zentralen sowie unteren Yangtze-Becken. Man kann davon ausgehen, dass P. fluvidraco ueber gesamt Sued- und Nordost-China verbreitet ist. Meine Tiere stammen aus den Kanaelen Shanghais und somit aus dem Muendungsdelta des Yangtze in das Chinesische Meer. Ausserdem konnte ich sie in der ZheJiang Provinz am Fundort EZ-CN 25-06 nachweisen. Jungtiere von rund 2cm Laenge hielten sich dort in den ausgedehnten Vallisnerienbestaenden auf. Nach NG & KOTTELAT, 2007 sind zwei verschiedene Arten involviert; Tachysurus sinensis La Cepede, 1803 im noerdlichen China und T. fluvidraco im suedlichen Verbreitungsgebiet. Beide Arten verscheiden sich marginal.
Vorkommen
Groesse
Tachysurus fluvidraco wird durchschnittlich knapp ueber 30 cm lang. In den Fischrestaurants Shanghais werden Tiere mit einer Laenge zwischen 20 und 30 cm zum Verzehr gehaeltert. Das Fleisch von T. fluvidraco ist graetenarm und wohlschmeckend. Die Art wird professionell in Teichanlagen gezuechtet. Koreanische Sportfischer wollen Exemplare von ueber 50 cm gefangen haben. Die Art waechst schnell.
Pflege
Aufgrund des ausgedehnten Verbreitungsgebiet ist Tachysurus fluvidraco ein anpassungsfaehiger Fisch, der im Aquarium einfach zu pflegen ist. Die Art ist hart im Nehmen und kaum umzubringen. Sie ist ein echter Anfaengerfisch, beachtet man die Faustregel, dass alle Beifische mindestens die halbe Koerperlaenge der gepflegten T. fluvidraco haben muessen. Andernfalls laufen die Mitinsassen des Aquariums Gefahr, verschluckt zu werden. Im meinem Fall haben sie zwei Gambusia affinis-Weibchen verschlungen, die ich in umliegenden Teichen gefangen habe und rund 1/3 der Tachysurus-Koerperlaenge aufwiesen.
Tachysurus fluvidraco verbirgt sich tagsueber gern in Pflanzendickichten und anderen geeigneten Verstecken. Hier sollte der Pfleger Unterschluepfe anbieten, mindestens einen pro Tier. Moechte man weitere Tiere pflegen, die Verstecke benoetigen, sind entsprechend viele Hoehlen und Wurzeln in das Aquarium einzubringen. Zu wenig Verstecke fuehrt zu Stresssituationen fuer die Pfleglinge. Fuettert man Frostfutter oder gar Lebendfutter kommen die ansonsten scheuen Tiere aus ihren Verstecken und gehen auf Futtersuche. Dabei halten sie aber immer Kontakt zum Substrat. Nur wenn T. fluvidraco ausgehungert ist, gehen sie ins Freiwasser, um Nahrung aufzunehmen. Nach einigem Zoegern wird auch Trockenfutter angenommen. Obwohl im Grunde genommen fast alles gefressen wird, werden Chironomiden und adulte Artemia klar bevorzugt.
Ein Aquarium fuer Tachysurus fluvidraco sollte mindestens eine Bodenflaeche von 100x40 cm aufweisen, je groesser, desto besser. Dei Beckenhoehe ist von untergeordneter Bedeutung. Die Beleuchtung sollte durch eine dichte Vegetation oder Schwimmpflanzen gedimmt werden. Ein zu helles Becken laesst die Tiere scheu bleiben. Ein dunkles Becken mit vielen Unterschluepfen bietet ideale Vorraussetzungen, die Tiere haeufig zu beobachten zu koennen. Meine Tachysurus fluvidraco sind mit Microphysogobio, Pseudohemiculter dispar sowie Macropodus chinensis vergesellschaftet. Die Vergesellschaftung mit den ebenfalls bodenlebenden Microphysogobio funktionierte eine Zeit lang recht gut. Die etwas kleineren Barbenartigen wurden nicht als Beute betrachtet und im Allgemeinen in Ruhe gelassen. Als ich jedoch einmal drei Tage ausser Haus war, und meine Fische nicht gefuettert wurden, kehrte sich das Bild. Ein Microphysogobio von fast gleicher Laenge wie die Tachysurus fluvidraco lag bei meiner Heimkehr mit einem grossen Frassmahl in der Dorsalregion auf dem Bodengrund. Das Tier war noch am Leben, musste allerdings abgetoetet werden. Auch untereinander gehen die Welse nicht gerade zimperlich miteinander um. Fehlen Verstecke fuer subdominante Tiere kann es schnell zu Verlusten kommen. Man sollte nicht - so wie ich - den Fehler machen, sie auch nur eine Nacht, in einem zu kleinen Becken unterbringen. Im schlimmsten Fall eignen sich unterlegene Tiere am naechsten Morgen nicht einmal mehr fuer die Konservierung.

Pelteobagrus fluvidraco ist in China weit verbreitet


Tachysurus fluvidraco aus Futtersuche. Alles, was in Beruehrung mit den Barteln kommt, wird naeher inspiziert.
Tachysurus fluvidraco benoetigen ein dunkles Aquarium-Setup
Marco Endruweit, 2006-08-02, updated 2008-12-22

Ein Opfer meiner Tachysurus. Die ausgedehnte Wunde reicht fast bis auf die Wirbelsaeule.